Sonntag, 4. Januar, Tag 7 unserer Reise
Macht es Euch gemütlich mit einer Tasse heissen Kaffe oder Tee, dieser Blog ist etwas länger. Viel Spass beim lesen.
Guten Morgen! Heute, an unserem letzten Tag in Chumphon – Pak Nam wollen wir einen Ausflug machen an einen nahe gelegenen Strand, den Sairee Beach. Endlich mal richtig im Meer baden.
Wir nehmen den öffentlichen „Bus“ und fahren die rund 11 Kilometer auf relativ gut ausgebauten Strassen. Das Gefährt ist dafür eher älter, klapperig und langsam, eine Holzkiste mit Sitzbänken hinten auf einem Mini LKW. Sicherheitsgurte suchen wir erst gar nicht an den blanken Holzbänken. Zum Glück fährt die Busfahrerin auch langsam und lässt sich häufig von drängelnden Mopeds und normaleren Autos überholen, denn sie ist doch sehr von Ellie abgelenkt und schaut teilweise etwas zu lange in ihren übergrossen Rückspiegel nach hinten.

Der Sairee Beach soll ein bekannter Badestrand sein, wir vermuten jedoch bereits dass damit die Bekanntheit bei einheimischen Touristen gemeint ist. Wir sind auf jeden Fall gespannt was uns erwartet.
Die Strasse macht kurz vor dem Meer eine 90 Grad Kurve, der Bus hält und die Busfahrerin teilt uns nicken mit „Saiwee Biiitsch“. „Ach ja? Bist Du Dir sicher?“ oder so etwas ähnliches geht mir durch den Kopf, denn es sieht jetzt nach meiner Erfahrung nich nach bekanntem Badestrand aus. Ich kann zwar das Meer sehen, aber zwischen der Strasse und dem Meer stehen ein paar klapperige Holztische und Stühle, immerhin mit grosszügigem Sonnenschutz zwischen einigen kargen Bäumen. Einen Strand sehe ich nicht. Na jetzt sind wir schon mal hier, ich habe sowieso langsam etwas Hunger, die Häuser auf der anderen Strassenseite sehen nach einfachen Restaurants aus, also blos jetzt nicht umentscheiden.
Als wir Richtung Meer laufen kommt auch langsam der Strand in Sicht, der schmale Streifen war hinter der Kante der Tische und Stühle, die etwa 2 Meter über dem Meer liegen versteckt. Kaum haben wir uns an einem Tisch niedergelassen, kommt auch schon der Wirt aus dem Restaurant auf der anderen Strassenseite geschossen und fragt uns mit Hilfe einer Übersetzungsapp auf seinem Handy ob wir schon ein Hotel haben und ob wir schon eine Mahlzeit hatten. Wir winken ab. Ich bestelle eine Tasse Kaffee, nicht dass er uns noch verjagt.
Ellie ich und ich ziehen uns unter unseren Handtüchern die Badehosen an und gehen ins Wasser. Oh wie schön, das Wasser ist so warm! Leider ist aber etwas trüb. Im Flachen spielen Ellie und ich bestimmt eine halbe Stunde in den kleinen Wellen.
Mein Kaffe ist dann zwar schon kalt, aber ich hätte wahrscheinlich Schweissausbrüche gehabt, hätte ich bei dem schwül warmen Wetter versucht ihn heiss zu trinken. Wir essen doch noch etwas bei Mr. Handy Thai-Englisch-App. Und das Essen war erstaunlich gut, wenn auch leider für Barbara nur teilweise geniessbar, da leider Paprika enthalten war. Schade, so ein Missverständnis, trotz modernster Übersetzungstechnik.
Direkt neben uns ist ein schöner Rasen angelegt und auf dem Trockenen ist ein ausgedientes Kriegsschiff ausgestellt. Als wir Kinder darauf herumspringen sehen ist klar, wir müssen uns das auch anschauen. Ellie voraus, mein Foto und ich hinterher, Mami trägt den Rucksack und die Verantwortung.
Als erstes sehe ich einen Mönch und einen thailändischen Touristen, die gleichzeitig Selfies machen; von sich vor dem Meer mit grauen Himmel oder vielleicht doch von sich und den deutschen oder englischen Touristen im Hintergrund und von hinten, die gerade die Beine baumeln lassen? Wie spannend. Keine Kommentar

Ok, im nächsten Moment das Selfie mit dem Kriegsschiff. Der Royal Thai Navy H.M.S. CHUMPHOM. Ein Torpedoboot, dass die USA den Thais irgendwann verkauft haben als sie es nicht mehr brauchten und die Thais es dann, als sie es wiederum nicht mehr brauchten an den Strand gestellt haben als „Museum“. Das Ganze zu Ehren irgend eines Generals, der die Royal Thai Navy damals modernisiert hatte. Der interessierte Leser kann gerne mehr Details im Netz nachlesen, für uns war es spannender auf das Schiff zu steigen und es uns anzuschauen.

Mönch Selfie
Beeindruckend ist die Gallionsfigur am Bug des Schiffes.

Wobei ich mir beim näheren Hinsehen schon ein bisschen das Grinsen verkneife; so furcht erregend sieht das rote Hühnerfussmänchen jetzt auch nicht aus. Auf dem Schiff heisst es mal wieder Ellie mehr tragen als selber laufen, sie würde einfach zu gern überall raufklettern und an den Geländern baumeln, die natürlich nicht geeignet sind Kinder vor einem Absturz zu bewahren.

Die Brücke ist besonders spannend, das Steuerrad läuft frei und verschiedene kleine Kapitäne drehen wild daran, auch wenn sie aus dem Fenster nur den Himmel sehen können.
Auf dem Weg zu den unteren Decks werden wir jäh unterbrochen von Ellie, die aufs WC muss. Also schnell runter vom Schiff und neben an in die öffentliche Toilette. Schön wie wir das kennen mit Toilettenfrau, die an einem Tisch sitzt, vor sich einen Teller mit Münzen. Sie ist jedoch erstaunlich freundlich. Die Toiletten sind, naja, sagen wir mal Barbara ist froh, dass ich mit Ellie gehe. Puh, gerade noch rechtzeitig. Als wir wieder rauskommen wird Ellie nochmal sehr bestaunt von der Toilettendame, die ihr sogar einen kleinen Stoffelefanten schenkt.
Entschuldigung, aber „Iiiiiiiiii“, ein Stoffelefant von der Toilettenfrau. „Wo ist die Pinzette?“ Wir versuchen abzuwimmeln, aber Ellie hat ihn schon geschnappt. Der Pflegefachfrau und ihrem Mann ist die Abneigung, glaube ich, sehr deutlich anzusehen. Dr Elefant verschwindet kurz später ganz unerwartet aus Ellies Tasche und aus unserer Erinnerung. Das Bedürfnis bei dieser schwülen Witterung mal wieder zu duschen steigt nach dem vorerst überlebten Elefantenerlebnis plötzlich ins schier unermessliche. Also nix wie zurück ins Hotel. Also eine halbe Stunde später mit dem Bus, dessen Fahrer unterwegs bei sich zuhause eine Pause von gut 10 Minuten einlegt ohne dass uns so richtig klar ist was gerade läuft.
Frisch geduscht machen wir uns am späten Nachmittag auf den Weg ein Restaurant für das Abendessen zu suchen. Und schon wieder stolpern wir über einen Tempel, zum Glück ist dieser nicht offen, der Besuch dauert also nicht so lange. Man kann ja nicht mal darin tanzen.

Erst auf dem Heimweg finden wir heraus, dass in der Mauer, die den Tempel umgibt hunderte Urnen eingemauert sind; hoffentlich haben wir niemanden gestört.
Gleich neben an ist eine Mönchsschule, zu sehen sind die Mönche aber nicht. Als wir jedoch unter den Fenstern durchlaufen ruft uns ein älterer Mönch zu und deutet uns anzuhalten zu warten. Kurz darauf lässt er an einer Schnur eine kleine Plastiktüte die zwei Stockwerke zu uns herunter, darin sind zwei Müsliriegel, die er Ellie schenken möchte. Wir legen im Gegenzug eine kleine Spende in die Tüte. Wir verabschieden uns herzlich und sind ein bisschen überwältigt.
Langsam wird es dunkel, wir spazieren Richtung Wasser. Auf dem grossen Dorfplatz finden wir viele Stände, die Essen und Getränke verkaufen. Wir machen es uns an einem Tisch bequem und gehen abwechselnd auf Entdeckungstour. Grundsätzlich ist das Angebot sehr fleisch- und fischlastig. Ich hole mir einen Salat mit Reis und stelle erst am Tisch fest, dass die kleinen rosa Dinger auf dem Reis kein Gewürz sind sondern wenige Millimeter lange Minigarnelen. Garnelen wollte ich eigentlich nicht kaufen, wo doch die Beifangquote so gross ist bei Garnelen. Nun sind aber schon auf meinem Teller, also runter damit. Schmeckt gar nicht so schlecht.

Lange sehen wir ausser uns keine anderen Touristen. Irgendwann fallen 3 Gestalten in der Menge auf, weil sie einfach grösser sind als die durchschnittlich eher kleinen Thais. Es sind Amerikaner. Der Mann ist in Shorts und T-Shirt unauffällig und durchaus ähnlich gekleidet wie die Thais. Von den Frauen hat eine eine kurze Hose und eine Bikinioberteil an, die andere ein Trägershirt und ein sehr knappes Bikinihöschen. Von unserem Tisch aus können wir gut beobachten wie verschiedene Grüppchen der Thais tuscheln oder sich gegenseitig Zeichen geben, sie machen sich offenbar lustig über die unangebrachte Kleidung. Am Nebentisch unterhalten sich ein paar junge Thais. Mit einem kurzen Blick zu uns und dann Richtung Amis deutend: „Bad Fashion!“
Damit ist wohl alles gesagt.

Es macht so Spaß, Deine Artikel zu lesen 😊.
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Vielen Dank 😌
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❤️
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